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Wie schlimm war die SED?

Von kr am 28. Oktober 2016

Ein Kommentar zur Kooperation von SPD, Grünen und Linken.

Schon komisch: Dieselben Leute aus Politik und Medien, die nicht müde werden, Stimmung gegen die AfD zu machen, und ihr mißverständliche Äußerungen zum Schußwaffengebrauch beim Grenzschutz anzukreiden, finden jetzt so gar nichts dabei, die Koalition mit Ankündigung von SPD und Grünen mit der ehemaligen SED gutzuheißen – einer Partei, die den Schießbefehl zu »DDR«-Zeiten nicht nur abstrakt erwogen, sondern praktisch vollzogen hat.

Überhaupt fragt sich, wie es um die Moral solcher Leute bestellt ist, die sich gegenüber Parteien und Personen rechts der Union in allerlei Verdächtigungen ergehen – aber links von der SPD nur das Wahre, Gute, Schöne vermuten? Die Geschichte lehrt ein anderes: Es waren linke und linksradikale Regimes, die unter dem vermeintlichen Ideal des Kommunismus ein in Zahlen kaum fassbares Blutbad unter der Menschheit angerichtet haben. Mit mehr als 100 Millionen Opfern schlägt das rote Terrorregime jede andere verbrecherische Ideologie der bisherigen Weltgeschichte. Und trotzdem werden ihre Apologeten und Nacheiferer politisch und medial mit Samthandschuhen angefasst, so, als seien die millionenfach Vernichteten nur bedauernswerte Kollateralschäden einer im Grunde doch menschenfreundlichen und gerechten Weltanschauung.

Es führt vielleicht nicht der direkte Weg von den Linken der Gegenwart zu den durch Zwangsarbeit Vernichteten oder durch Genickschuß Hingerichteten des sowjetischen GULag-Systems oder der maoistischen Erziehungslager – über Umwege aber gelangt man eben doch dorthin. Wo die SED – und sei es auch nur im Hintergrund – aufscheint, eröffnet sich stets der Abgrund unermeßlicher Menschenverachtung, den der rote Terror in einem Akt der Suspension der Zivilisation verbrochen hat. Darüber einfach stillschweigend hinwegzugehen, wie es SPD und Grüne tun, und wie es auch von CDU und FDP nicht angemessen thematisiert wird, ist schlimmer als nur eine perfide Ignoranz gegenüber den Opfern. Es stellt die Frage nach der politisch-moralischen Legitimation schlechthin.

Es kommentierte: Viktor Ruskinski

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