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Warum ich voll Hoffnung bin

Von kr am 16. März 2017

Pia Leifstroem über die Philosophie befreiten Lebens.

Als ich Mitte vergangenen Jahres das erst Mal gefragt wurde, ob ich dem NMJ-Verlag als Ethikberaterin zur Seite stehen wolle, habe ich rundweg abgelehnt. Die Vorstellung, meine Philosophie befreiten Lebens in ein Wirtschaftsunternehmen einzubringen, erschien mir vollkommen sinnlos und unmöglich: Hier mein Ansatz, sich von Zwängen zu befreien, Leichtigkeit und Esprit zu erzeugen – dort eine Kapitalgesellschaft, die auf Daten, Zahlen, Fakten beruht.

Die damaligen Herausgeber ließen aber nicht locker. Das Unternehmen NMJ sei fest entschlossen, ganz neue Wege zu gehen, wurde mir in mehreren Gesprächsrunden eröffnet. Nicht mehr Umsatz- und Leserzahlen seien entscheidend, sondern den richtigen Weg zu beschreiten.

Ich blieb skeptisch.

Doch das NMJ wandelte sich. Die Kapitalgesellschaft wurde aufgelöst, ein neuer Herausgeber übernahm die Verantwortung, das ganze Redaktionskollektiv schien wirklich bereit, sich darauf einzulassen, mit mir zusammen etwas ganz Neues auf die Beine zu stellen. Ende des Jahres gingen wir sogar offline, um uns in intensiven Vorbereitungen ganz ohne Zeit- und Drucktermine als Team zusammen zu finden. Wir waren uns einig: Die Marke soll erhalten bleiben, auch kein neues Logo oder ähnlicher Marketing-Schnickschnack. Aber eine neue journalistische und unternehmerische Philosophie muss her.

Heute kann ich sagen: Herausgeber, Redaktion und Mannschaft haben Großartiges vollbracht. Wir sind heute total unabhängig und können die kreativen Potentiale ganz auf das Neue ausrichten. Es dürfte einmalig sein in der deutschen Presselandschaft, dass sich ein Unternehmen so vollständig wandelt. Dass das NMJ nun kein Unternehmen mehr ist, dass es keine Gehälter zahlt, keine Anzeigenwerbung betreibt und nur noch ehrenamtliche Mitarbeit erlaubt – vom kleinsten Zeitungsausträger bis zum Herausgeber – das ist etwas, das mir Hoffnung macht. Die Welt ist nicht verkommen und verloren, solange es Menschen gibt, die bereit sind, ihre finanzielle Sicherheit aufzugeben, alle Verpflichtungen und Zwänge hinter sich zu lassen. Bravo!

Was ist sie nun, die PBL (Philosophie befreiten Lebens)? Das Wichtigste ist: Loslassen, Abstand gewinnen, anti-zyklisch denken. Jede Unterwerfung unter ein Diktat, sei es ein finanzielles, ein soziales, ein rechtliches, muss mit einem Fragezeichen versehen werden; wo es nicht beantwortet wird (Warum besteht es? Warum bin ich verpflichtet, mich ihm zu unterwerfen?), da muss es in Zweifel gezogen werden. Unsere Lebenszeit ist zu kostbar, als sie damit zu vertun, blind den Abläufen zu folgen, die wir nicht erstellt haben, die wir nicht mitbestimmen können, die uns am Ende nur einengen und in unserem ethischen Vorwärtskommen behindern.  PBL widerstrebt jedes Herden-Verhalten, jede Routine, jedes Arrangement mit den Gegebenheiten. Die Theorie (v. Massow; Lundholm) besagt, dass der Schwung der Rücklaufmasse quantenmäßig sei. Dazu müssen wir heraustreten aus dem Strom des Gewöhnlichen.

Die vor uns liegende Zeit wird spannend. Wir erleben gerade den stillen Moment nach dem Schritt in den Gegenlauf. Und es ist spürbar, wie die immensen Kräfte uns nun gewärtigen, uns umschließen und – sollte die Theorie den Praxistest bestehen – uns mitreißen werden. Lassen Sich sich mitreißen. Seien Sie Teil davon. Werden Sie unmittelbar!

Herzliche Grüße aus dem Gegenstrom!

Ihre Pia.

 

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