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Kranke Journaille

Von DS am 13. September 2016

Wie die Rheinische Post sich mit einem Kommentar blamiert.

Wenn es um den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald J. Trump geht, kennt das Düsseldorfer RP-Medienhaus (wie überhaupt weite Teile der deutschen Medienlandschaft) keine falsche Rücksichtnahme. Da dürfen dann selbst Fakten nicht das sozialistisch eingetrübte Vorurteils-Bild stören. Ähnlich wie bei ihren publizistischen Feldzügen gegen die AfD ist die Rheinische Post hier offensichtlich von einem politischen Missionseifer beseelt, der einfach keinen Platz lässt für Distanz und Objektivität.

Dies führte nun dazu, dass sich RP-Leitartikler Martin Bewerunge nachhaltig blamiert, indem er in bezug auf die Erkrankung von Trumps Mitbewerberin Hillary Clinton mit Vorverurteilung und Beleidigungen arbeitet, die eines nüchternen Mediums schlicht unwürdig sind. »Ihr Widersacher Donald Trump wird alles tun, um aus ihrer Schwäche schamlos Kapital zu schlagen«, liest man daher in seinem Kommentar und: »Amerikas Wähler dürfen einen Moment nachdenken, wer von beiden kränker ist«.

Klingt richtig übel: »Wer von beiden kränker ist…« Und da Trump nicht durch physische Schwächen aufgefallen ist, muss es sich  – in der Lesart von RP-Chefdiagnostiker M. Bewerunge – schon um eine psychische Deformation handeln. Geisteskrankheit zu unterstellen, war immer schon ein beliebtes Werkzeug derer, die argumentativ nicht weiterkommen, es mit demokratischer Fairness nicht so genau nehmen und den politischen Gegner auch als Mensch herabwürdigen wollen. Nicht uninteressant für ein Blatt, das sich sonst gerne mal seiner christlichen Traditionslinie rühmt.

Dumm nur, dass der so Herabgesetzte einfach nicht dem Zerrbild der RP entsprechen will. »Trump schweigt weitgehend zu Clintons gesundheitlichen Problemen. Er wünscht seiner Rivalin gute Besserung« und »vermeidet« es sogar, »über ihren Zustand zu spekulieren«, berichtet heute das Nachrichtenportal web.de. Schamlos verhält sich folglich nur die Rheinische Post, die völlig haltlosen Angriffen breiten Raum gewährt und sich dann wundert, wenn Teile der Öffentlichkeit sie als »Lügenpresse« wahrnimmt. Dass eine vor politischem Wahn kranke Journaille die Meinungsbildung dermaßen verunstalten kann, gehört sicherlich zu den großen, unangesprochenen Problemen der Gegenwart.

Es kommentierte: Werner Kurzner

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