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Im ethischen Zwielicht

Von CO am 29. September 2016

Zum Tabubruch einer Koalition mit der SED-Ersatzorganisation.

Die Verniedlichung der SED-Nachfolger beginnt im Grunde schon bei der Bezeichnung »Rot-Rot-Grün«. Rot ist nicht gleich rot. Und die Geschichte der SPD ist – mit Ausnahme des Ostablegers – eine andere als die der SED. Wenn schon, dann müsste das farbliche Attribut also auch eine Unterscheidung ermöglichen. »Dunkelrot« oder »tiefrot«, besser noch »blutrot« sind die passenderen Bezeichnungen. Aber Medien und politische Einflußkreise betreiben die Relativierung ja nicht gedankenlos. Es steckt Absicht dahinter, wenn die Ex-SED, Ex-PDS und jetzige Linkspartei als normale, gar geläuterte sozialistische Partei dargestellt wird, deren unheilvolle »DDR«-Existenz nur ein Ausrutscher war. Dabei ist die gesamte Geschichte des Kommunismus ein einziger Ausrutscher. Die Opfer der roten Massenmordmaschinerie sind kaum zählbar. Zwischen 100 und 130 Millionen Mordopfer lauten die Schätzungen. Und die SED in der verbrecherischen »DDR«-Diktatur war tief verstrickt in Kooperationen mit den kommunistischen Regimes in China, in der Sowjetunion, in Kambodscha, in Vietnam, in Nordkorea usw. Es sind also nicht nur die paar Mauertoten, die man wie tollwütige Hunde niederknallte, mit Sprengfallen in die Luft jagte, in der Ostsee ertrinken ließ oder die paar politischen Gefangenen, die in miesen »DDR«-Kerkern verreckten, wenn sie nicht gleich per Genickschuß nach Geheimprozessen liquidiert wurden. Die Geschichte der SED ist immer auch ein Teil eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Es gehört sich einfach nicht, mit Leuten zu paktieren, die sich davon nicht glaubwürdig distanzieren. Erst recht gehört sich das nicht, wenn das soeben neu aufgelegte Parteiprogramm der SED-Ersatzorganisation in Teilen nahtlos anknüpft an die Enteignungs- und Verstaatlichungsgelüste, wie sie die roten Massenmörder überall und zu allen Zeiten propagiert haben, ehe sie dann, wenn sie an der Macht waren, dazu übergingen, jeweils unliebsame Menschengruppen zu erniedrigen, zu schikanieren, zu eliminieren.

Man fragt sich, was geht in den Köpfen vor von SPD- und Grünen-Funktionären, die mit solchen unsäglichen Figuren gemeinsam eine Regierung bilden wollen? Ausgerechnet SPD und Grüne, die gerne mal mit moralisch erhobenem Zeigefinger auf die AfD weisen (die übrigens, im Gegensatz zur SED, keine bluttriefende Vergangenheit hat). Wer selbst knietief im Blut geschundener, vernichteter Existenzen watet, dem fehlt es schlicht und ergreifend an moralischer Legitimation, anderen Lehrstunden in Sachen Demokratie erteilen zu können.

Mit ihrer beabsichtigten Kumpanei mit der ehemaligen SED begeben sich SPD und Grüne ins ethische Zwielicht. CDU und FDP in NRW wären gut beraten, gegen diese Form der Verharmlosung menschenverachtender Ideologie energischer aufzutreten.

Es kommentierte: Christian Otte

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