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Giftiges Kardinals-Bashing

Von CO am 30. Januar 2014

Vielleicht denken manche: Ach ja, der Schröder. Ein RP-Journalist den Zwängen der „political correctness“ verhaftet, einer, der gerne mißversteht, während andere des Lesens zwischen den Zeilen mächtig sind.

Wo ein Bischof fehlt, ist die belehrende Medienmoral jedenfalls nicht weit. Und als der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, dieser Tage vor der Bewegung des Neokatechumenalen Weges (ein Instrument der römisch-katholischen Kirche zur Einführung von Erwachsenen in den christlichen Glauben) einen laxen Kommentar von sich gab, war die Toleranzgrenze manches weltlichen Moralapostels wieder einmal überschritten. Die Bemerkung des Kardinals („Eine Familie von Euch ersetzt mir drei muslimische Familien“) war erkennbar der Wertschätzung geschuldet, die der Erzbischof kinderreichen Familien zollt; nur ein verdunkeltes Gemüt vermag daraus eine „Entgleisung“ oder gar einen Angriff auf die Menschenwürde ablesen, wie Lothar Schröder es denen, die nicht von sich aus auf eine solche abseitige Interpretation verfallen, propagandistisch zurecht legt. Doch auch die Kurie kennt das diabolische Verlangen so manches publizistischen Einflüsterers, einem Repräsentanten des beliebten Prügelknabens „Katholische Kirche“ noch den unverbindlichsten Kalauer mit der übelst-möglichen Auslegung um die Ohren zu hauen. Darum zeigte der Kölner Oberhirte nach ersten Hinweisen auch ohne jede Verzögerung sofortige Demut, indem er mitteilte, es sei keineswegs seine Absicht gewesen, „Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten“.

Doch die sich in die breitestmögliche Öffentlichkeit erbrechende Maßregelungsphalanx genösse nicht jenen abstoßenden Ruf von Intransigenz und Selbstgerechtigkeit, wenn sie sich mit einer solchen Geste der Versöhnung zufrieden gäbe.  Neben den üblichen Verdächtigen aus Interessenverbänden, Grünen und SPD, sind es auch eine Vielzahl von Medien, die wahlweise ihre eigene anti-christliche Präferenz oder aber ihre allgemeine Lust daran ausleben, die gesellschaftliche Atmosphäre durch die Verbreitung größtmöglicher Unruhe zu vergiften. So etwa, wenn die „Berliner Zeitung“ aus der fernen Spree-Metropole „Rufe“ zu vernehmen vorgibt, dass sich das Kölner Bistum nach einem „weltoffenen“ Erzbischof sehne. Nicht, dass es an entsprechenden Figuren mangelte, die ihren Namen zu gern gedruckt sehen, als dass sie die Gelegenheit verstreichen ließen, sich auf Kosten des Erzbischofs zu profilieren; ob Kölns Oberbürgermeister Roters (SPD) oder dessen Vorgänger Schramma (CDU): Mit einem giftigen Kardinals-Bashing schafft es noch jeder, auch abgehalfterte, Provinzfürst in die Hauptstadtpresse.

Dass auch die Rheinische Post nicht mehr zur Differenzierung fähig oder willens ist, wie der einseitige Kommentar ihres Redakteurs Schröder zeigt, sollte der Katholischen Kirche zu denken geben. Vielleicht nutzt sie ja das jüngst freigewordene Vermögen aus dem vom NRW-Landtag aufgelösten Schul- und Studienfonds sinnvoller Weise dazu, unabhängige Projekte aus dem Medienbereich zu fördern, wo es noch etwas anderes gibt als die vorgefertigten Schablonen kirchenkritischer Meinungsbildung.

Es kommentierte: Christian Otte

 

 

  1. bokaj

    30. Januar 2014 at 13:37

    Wie soll man denn bei so einem Kommentar von Meisner noch differenzieren. Meisner rechnet Menschenleben gegeneinander auf. Seine Aussage ist Rassismus pur.
    Die Wertigkeitsformel der Menschen 1 Deutscher = 3 Türken = 2,5 Afrikaner – (5/7 Asiaten)^2
    Ich finde es aber gut, dass die Zentrumspartei hier ihr wahres Gesicht zeigt und versucht dem Opus Dei nahen Kardinal beizustehen.

  2. kaarster04

    30. Januar 2014 at 16:08

    Gehts nicht auch eine Spur weniger dramatisch? Der Kardinal hat lediglich darauf hingeweiesen,das die Katechumen oftmals viel Nachwuchs haben,was sonst eben nicht dem Geburtenverhältnis in Deutschland entspricht.Daraus eine „Wertigkeit“ zu konstruieren,kann man nur mit viel bösem Willen,aber daran mangelt es ja nicht in bezug auf Kardinal & Kirche.Was das ganze jetzt mit der Zentrumspartei zu tun hat,bleibt auch schleierhaft,oder steht da irgendwo Pressemitteilung vom Zentrum.Also,bitte tieferhängen,auch wenn es um Card. Meisner geht.

  3. bokaj

    30. Januar 2014 at 16:48

    Es kommentierte nun mal der Spitzenkandidat der Zentrumspartei zur Europawahl. Ein Parteifunktionär.

  4. semi

    31. Januar 2014 at 11:40

    Und woher nehmen Sie die gewissheit,das Hr. Meisner dem Opus Dei nahesteht? Und selbst wenn.Wem stehen SIE denn nahe?

  5. bokaj

    31. Januar 2014 at 13:30

    Meisner verheimlicht seine Zuneigung zu Opus Dei nicht. Da gibt es genug Zitate.
    Ich selbst bin glücklich vor 8 Jahren aus der katholischen Kirche aus und in die evangelische Kirche eingetreten zu sein. Traurig macht es mich, dass das Gehalt von einem Meisner vom generellen Steuerzahler und nicht wie viele denken über die Kirchensteuer der Katholiken finanziert wird.

  6. kaarster04

    31. Januar 2014 at 15:13

    @bokaj:Ist das bei den Evangelen etwa anders? Nein.Ist doch unlauter es so darzustellen als wäre das nur bei der Kath Kirche der Fall!Schade das Ihr Groll gegen die Katholiken Sie so einseitig wahrnehmen lässt.

  7. bokaj

    31. Januar 2014 at 17:35

    Korrekt, das ist bei uns Evangelen exakt gleich und es wäre nur fair das System komplett zu reformieren.

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