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Kommentar: Gaumitz und der „wind of change“

Von sbl am 14. März 2015

Wenn sich alteingesessene Genossen stolz ein Plakat mit der Aufschrift „Christian Gaumitz wählen“ an die Brust heften und langjährige Kontrahenten im Stile einer Laudatio um Unterstützung werben, so erkennt man schnell: In Kaarst weht der „wind of change“.

Auch wenn die Musikschule Mark Koll, die an diesem Abend für das musikalische Rahmenprogramm sorgte, den Hit der Scorpions nicht anspielte, so merkte man den rund einhundert Anwesenden schnell an, dass etwas Großes in der Luft liegt. Neun Monate nach dem „Machtwechsel“ im Stadtrat gelang es dem Fünferbündnis erneut, gemeinsame Sache zu machen und sich auf einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September zu einigen. Während lokale Größen der Union seit ihrem Machtverlust gebetsmühlenartig das Ende des „bunten Bündnisses“ ankündigen, so offenbarte sich dem Beobachter ein gänzlich anderes Bild. Je größer die (verbalen) Attacken der CDU, desto enger stehen SPD, Grüne, FDP, Zentrum und UWG zusammen. Davon konnte sich auch der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Ingo Kotzian überzeugen, der die Nominierungsveranstaltung aus dem Flur heraus verfolgte und vom Versammlungsleiter Kocay Ekici (SPD) begrüßt und herein gebeten wurde. Der Überraschungsgast zog es jedoch vor, außen vor zu bleiben und sich auf Bildaufnahmen zu konzentrieren. Ob der perfekt organisierte Abend, der nicht nur wegen der hochgehaltenen Plakate („Christian Gaumitz wählen“ und „Kaarst gestalten“) vereinzelt an US-amerikanische Wahlveranstaltungen erinnerte, als Beispiel für die Nominierungsveranstaltung der CDU am kommenden Freitag dienen soll, ließ sich nicht herausfinden. Klar ist hingegen: Gaumitz hat es geschafft. Nach 16 Jahren im Stadtrat als Fraktionschef, Vorsitzender diverser einflussreicher Ausschüsse (Rechnungsprüfung, Bau und Umwelt, Planung und Verkehr) und Vertreter in einer Vielzahl von interkommunalen Vereinigungen, steht der 35jährige vor dem Höhepunkt seiner politischen Tätigkeit.

Seine größten Stärken: Glaubwürdig, bodenständig und nah an den Menschen

Wenn Gaumitz sagt „ich möchte Ihr Bürgermeister werden – ein Bürgermeister für alle Kaarsterinnen und Kaarster“, dann glaubt man ihm das. Er ist kein Berufspolitiker oder Karrierebeamter, sondern authentisch. Ein „Kaarster Junge“ aus mittelständischem Elternhaus, der nach dem Abitur eine Ausbildung zum Rettungsassistenten machte und über zehn Jahre lang ehrenamtlich in diesem Bereich arbeitete. Ihm glaubt man, wenn er davon spricht, wie die Stimmung bei denen ist, die 60 Stunden pro Woche im Schichtdienst für 1.400 Euro am Ende des Monats ackern. Oder wenn er von der Situation hilfsbedürftiger, kranker oder gebrechlicher Menschen spricht, die dringend auf (medizinische) Hilfe angewiesen sind. Dem Volljuristen Gaumitz glaubt man aber auch, wenn er davon spricht, dass eine Verwaltung auch mehr kann: „Man kann entweder nur verwalten und sich stets auf Gesetze oder Verordnungen berufen, weswegen etwas nicht möglich ist. Oder man kann neue Wege wagen und handeln, anstatt sich einfach nur auf die Landes- oder Bundespolitik zu verlassen. Ich möchte Kaarst gestalten!“

Zweifellos hat das Fünferbündnis den bestmöglichen Kandidaten in das Rennen geschickt, der sämtliche ungeschriebenen Anforderungen an die wichtigste Position in der Kaarster Verwaltung erfüllt. Die entscheidende Frage ist nicht wer gegen Gaumitz antritt, sondern ob es ihm und seinen Unterstützern gelingt, die positive Stimmung an die Menschen heranzutragen. Denn dass der „wind of change“ Kaarst erreicht hat, davon konnte sich am gestrigen Abend jeder selbst überzeugen.

Die Botschaft des Abends: Christian Gaumitz wählen! (Foto: S. Neubauer)

Die Botschaft des Abends: Christian Gaumitz wählen! (Foto: S. Neubauer)

  1. semi

    15. März 2015 at 15:56

    Die strenge Sachlichkeit beim Autor: Kann man, soll man das als Distanzierung aufnehmen? Etwas mehr von der Begeisterung,die herrscht,hätte ruhig auch dasvNeumarkt Journal transportieren können,ohne gleich in sorge zu sein um die journalistische Objektivität.

  2. werner

    15. März 2015 at 19:59

    In der Tat: Der „bestmögliche“ Kandidat…? Das klingt wirklich unverhältnismäßig verhalten. Es müssen ja keine Lobeshymnen sein (wie sie hier öfter mal CDU-Repräsentanten zuteil werden), aber etwas mehr Aufgeschlossenheit würde man sich dann doch wünschen!

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