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Einige Dreifaltigkeit – SPD präsentiert Spitzenteam

Von DS am 22. November 2013

Voller Begeisterung präsentiert die SPD drei Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl. Eine sichere Sache: Betrachtet man den Trend könnten es diesmal sogar vier Mandate werden!

Achtung! Sicherheitshinweis: Das Lesen dieses Artikels kann einen sensiblen Charakter nachhaltig schädigen. Das Neumarkt Journal übernimmt keine Haftung für verletzte Gefühle, Eitelkeiten oder Echauffierungen!

Das Dreigestirn

Die Grand Dame der Kaarster Politik kann es einfach nicht lassen. Heute hü, morgen hott: Erst wird der Rückzug aus der Kommunalpolitik angekündigt, dann wird der Rücktritt vom Rückzug bekanntgegeben und doch noch mal kandidiert. Diesmal wirklich aber das letzte Mal. Vielleicht zumindest.Es erweckt den Anschein, als könne man sich nicht so ganz von der vermeintlichen Macht trennen. Zu schön ist es doch, in vorderster Reihe im elitären Clubraum III Platz nehmen zu dürfen. Zu groß die Gier danach, vielleicht nach der Wahl doch noch einmal als stellvertretende Bürgermeisterin agieren zu können. Oder zumindest in einer „Großén Koalition“ in Kaarst nochmal im Zentrum der Macht zu sitzen. Auf Kuschelkurs zur Union ist man ja seit fünf Minuten nach der konstituierenden Sitzung 2009. Aber ganz ehrlich: Was wäre die Kaarster Politik ohne die Frau, die wie keine Zweite Dringlichkeitsbeschlüsse mit dem Bürgermeister unterzeichnet? Die sich nicht scheut, im Auftrag der Wählerinnen und Wähler auch mal ein Knöllchen wegen Parken auf Behindertenparkplätzen zu kassieren? Eine Frau, die sich nicht dem Druck von Gesetzen und Ordnungen unterwirft und auch mal die Damentoilette zur Havanna Lounge erklärt, während obendrüber der Stadtrat tagt?

Das nächste Gesicht ist das wahrscheinlich Unbekannteste: Ein Parteichef, der die zerstrittene SPD vor Ort nicht vereinen konnte und über den hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird, er könne sich gegenüber seiner Fraktion nicht durchsetzen. Nun steht dieser Parteichef ebenfalls in vorderster Front: Bereit den Stadtrat zu entern und die sozialdemokratischen Weisheiten in die Welt zu tragen. Mit Schirm, Scham Charme und Melone: Ein smarter Kerl, der als der eigentliche Hoffnungsträger gilt – ausgenommen in seiner eigenen Partei. Dabei würde den Sozialdemokraten ein solcher Sympathieträger an vorderster Front bestens stehen. Eine Art moderner Sigmar „Siggi Pop“ Gabriel, stets am Puls der Zeit und mit allen Wassern gewaschen – taktisch raffiniert, mit Burger-nähe und kompetent. Das ist es doch, was die weltoffene, tolerante Perle am Niederrhein sehen möchte! Echte Typen mit Profil anstatt dieser weichgespülten, stromlinienförmigen Schlipsträger.

Im Triumvirat darf natürlich nicht die Lichtgestalt (eigene Wahrnehmung) der Kaarster Politik fehlen. Auch die Vize-Vize-Vertreterin des Bürgermeisters, anno dazumal standesgemäß von den Lakaien einer einstmals geschlossenen Opposition in Amt und Würden getragen, mischt in der ersten Reihe mit. Durch ihren unermüdlichen Einsatz als Echauffierungsbeauftragte der SPD-Fraktion fanden Phrasen wie „unerhört!“, „unglaublich!“ oder „also sowas!“ (in Kombination mit einem dezenten Klopfer mittels der zur Faust geschlossenen Hand auf den wackeligen Ratstisch) Einzug in den Wortschatz der Kaarster Politik. Dieser avantgardistischen Missionierung konnten sich selbst führende Vertreter anderer Parteien nicht verschließen. Gleichfalls erfreute sich ihre Tätigkeit als lebender Ventilator in den Sommermonaten größter Beliebtheit: Mit grazilem Schwung ihres Fächers überbrachte sie den Mitmenschen kühle Luft und angenehme Düfte. Verständlich, dass die Mitstreiter der zweiten Reihe solchen aufopferungsvollen Tatendrang des Idealbilds eines Instinktpolitikers nicht missen wollen und angesichts solcher Persönlichkeit Kompetenzen und Inhalte hinten anstellen. Unvergessen ihr Kampf für die StVO: „Da steht eine Erdbeere auf meinem Parkplatz!“

Kaarster Sozialdemokratie aktueller denn je

Auch heute gibt es noch überzeugte Sozialdemokraten, die sich in Kaarst in der Rolle der staatstragenden Volkspartei sehen. Waren das noch Zeiten, wo Direktmandate zum Greifen nah waren! Oder man bei Wahlen gleich zweistellige Mandate zugesprochen bekam! In der Realität sieht es jedoch anders aus: Kontinuierliche Verluste prägen die Entwicklungen der Kaarster SPD. Von einst über 10 Mandaten rutschte man auf 8 und 2009 auf 6. Nicht mal mehr zweitstärkste Fraktion im Kaarster Stadtrat… also doch, irgendwie ja schon… die Grünen (sozialdemokratisch für: „kleiner Anhang“, der) sind ja nur gleichstark. Keine Bereitschaft zur Übernahme von Oppositionsverantwortung (sozialdemokratisch für: „Ruhepause zwischen zwei Wahlen“, die). Entscheidungen, so munkelt man, bedürfen der Zustimmung der SPD (sozialdemokratisch für: „Wir“, das). Ohne diese läuft in Kaarst nichts. So ist zumindest die Selbstwahrnehmung (sozialdemokratisch für: „Realität“, die). Damit man sich diese heile Welt auch weiter vorgaukeln kann, stimmt man einfach jedem Antrag der Mehrheit von CDU und FDP zu. So steht man stets auf Seite der „Gewinner“ (sozialdemokratisch für: „SPD“, die), zumindest was die Beschlussfassung betrifft. Eigene Ideen? Danach sucht man vergebens. Soziale Themen? Mangelware. Fachliches Know-how? Nur in der zweiten Reihe vorhanden. Jene zweite Reihe, die man gerne mal mundtot macht. Oder vom Hof jagt.

Beispiele gefällig, wie es um die Aktualität der brennendsten SPD-Themen gestellt ist?

Ordentlich aufgelistet finden sich sieben (7) Pressemitteilungen der SPD aus dem Jahr 2013. Anträge gar null (0). Dafür reichlich Informationen im Archiv zu den vergangenen Jahren… Wobei reichlich auch relativ zu null (0) betrachtet werden muss. Es passt zum Gesamtbild: Leben in der heilen Welt alter Zeiten, in denen man noch das soziale Gewissen war. In Stadt, Land und Bund. Heute ist man eher der Dinosaurier, der sich mit fremden Federn schmückt („älteste Partei Deutschlands“) und sich selbst im Wege steht (Agenda 2010).

Es wird also Zeit für die nächste Generation! Schließlich finden sich ja auch Jusos auf den Top-Plätzen. Widmen wir uns nun also diesen Hoffnungsträgern: Ein Blick auf die Homepage sollte uns Auskunft geben können. Professor Weiß-Alles sagt uns, die Domain der Kaarster Jusos lautet http://www.jusos-kaarst-korschenbroich.de. In Anbetracht abnehmender Mitgliederzahlen sind Joint Ventures oder Betriebszusammenlegungen ja durchaus sinnvoll! Also schauen wir doch mal… Direkt ins Auge springt die Ankündigung zur Mitgliederversammlung:

„Achtung! Am 28.12.2012 treffen sich die Jusos in Kaarst-Korschenbroich im Landgasthof Schnaggebaas zur Mitgliederversammlung (18:30 Uhr) und zum anschließenden Jahresausklang. Mitglieder, Freunde und Interessenten sind herzlich eingeladen!“

Die weiteren Seiten präsentieren sich ebenfalls brandaktuell, so dass man hier leider nichts findet, was man auch nur ansatzweise suchen könnte. Na gut, dann greifen wir eben bei unseren Recherchen auf das Ratsinformationssystem der Stadt Kaarst zurück! Aufstrebende Nachwuchskräfte werden ja bereits auf kommunaler Ebene Erfahrungen gesammelt haben! Oder?!

Irrtum. Leider auch dort kein Hinweis auf die Mitstreiter. Ein Ratsmandat ohne vorheriges Engagement in einem Ausschuss, um die Arbeitsabläufe, Themen und Inhalte kennenzulernen? Das geht scheinbar nur in der SPD.

Vorsicht, Verwechselungsgefahr! Fälschung...

Wissen, was Frauen wollen: Die Jusos unterstützen die Floristen-Zunft

Heile, eitel Sonnenschein – und nach der Wahl?

Doch wer zieht den Kürzeren bei den Pöstchen, die es nach der Wahl zu verteilen gibt?

Drei Kandidaten für zwei Positionen an der Fraktionsspitze. Dazu ist es extrem unwahrscheinlich, dass sich nach der desaströsen Entwicklung nochmal eine einheitliche Liste finden wird, die der SPD einen stv. Bürgermeisterposten beschert. Und besonders viele Ausschussvorsitze wird es tendenziell auch nicht geben. Der Zoff wird also vorübergehend vertagt, denn dass die Damen der Spitze nicht viel von ihrem Parteichef halten, ist weit bekannt. Fraglich ist somit, ob sich dieser freiwillig zerlegen lässt oder zum Gegenangriff übergeht. Doch mit wem an seiner Seite?

  1. rotesocke

    22. November 2013 at 14:26

    Ungeheurlich! Wie kann man so über eine Volskpartei schreiben die auf Bundesebene regieren wird? Das hat mit seriösem Journalismus überhaupt nichts zu tun da gibt es Agenturen die deutlich neutraler Berichten!!!!!!

  2. pasquille

    22. November 2013 at 14:34

    Ungeheurlich! Wie kann man so über eine Volskpartei schreiben die auf Bundesebene regieren wird? Das hat mit seriösem Journalismus überhaupt nichts zu tun da gibt es Agenturen die deutlich neutraler Berichten!!!!!!

    Ich finde in dem Kommentar jetzt nichts, was gegen meine eigenen Beobachtungen spricht, im Gegenteil. Die SPD zerfleischt sich ndoch schon seid Jahren hier selber, mit den beiden Damen an der Spitze ist noch nichts gescheites rumgekommen. Daher soll man sich nicht wundern: Wenn man sich selbst der Lächerlichkeit preisgibt finden sich immer noch welche, die einem dabei behilflich sind. Daher: Danke Neumarkt Journal für diesen erheiternden Beitrag 😎

  3. werner

    23. November 2013 at 17:17

    Die Rathausspatzen pfeifen es wie folgt von den
    Dächern: CDU: 22 Sitze, SPD 4, Grüne 7, FDP 2, UWG 3, ZENTRUM 3, LINKE 1, Piraten 1, Familien Partei 1
    —– hier im kaarster Stadttheater ab Mai 2014

  4. bokaj

    6. Dezember 2013 at 16:18

    Ein einigermaßen unterhaltsamer Artikel. Aber mit der Wahrheit hat das wohl nicht viel zu tun. Warum soll Herr Ekici nicht als Hoffnungsträger in seiner eigenen Partei gelten? Irgendwer muss ihn ja zum Vorsitzenden Gewählt haben. Und warum ist es ein Armutszeugnis wenn neue Kandidaten aufgestellt werden, die bisher noch kein kommunalpolitisches Mandat innehaben? Und die Unterstellungen gegenüber der stellvertrenden Bürgermeisterin – haben Sie da Beweise oder ist das reine Verleumdung – raucht die überhaupt?

  5. dschimmywho

    7. Dezember 2013 at 2:09

    Übrigens hat bokaj völlig recht: Die CDU-Strategie, die Opposition zu zersplittern, setzt voraus, eine „Sollbruchstelle“ zu identifizieren, an deren Brüchigkeit es sich – offenbar – trefflich delektieren lässt…

  6. pasquille

    7. Dezember 2013 at 12:37

    Und die Unterstellungen gegenüber der stellvertrenden Bürgermeisterin – haben Sie da Beweise oder ist das reine Verleumdung – raucht die überhaupt?

    Uiuiui… jetzt kommen die harten Geschütze 🙂

  7. riesenprinz

    7. Dezember 2013 at 13:40

    Es ist keine auf Kaarst beschränkte Haltung der SPD,sich im alten Glanz sonnen zu wollen und dabei eine Attitüde an den Tag zu legen,als erreichte sie noch 30, 35 oder mehr Prozente bei Wahlen.Mit jetzt noch 25% auf Bundesebene , (mit der weiteren Aufwertung der Kommunisten tendenziell eher abnehmend),steht ihr das Volksparteigehabe aber nur noch bedingt zu,.Wer die linke Hälfte des Kuchens drittelt,hat eben auch nur noch eine 1 Stimme im Trio!Dagegen ist die Union ja richtig clever!Sie frisst die rechte Kuchenhälfte ganz,und das ohne sich daran zu verschlucken !Nichtmal die Krümel muss sie vom Teller fallen lassen , weil gar nicht mehr jeder rankommt an den Tisch.Aber sie sollten sich nicht zu früh freuen,die Großkoalitionäre!Dieses Bündnis wird beide zugrunde richten:Die SPD wirds von innen zerreissen und die Union von außen.Dann hat echte Demokratie und Mitbestimmung vielleicht auch wieder eine Chance.

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