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Carolusball weiter Lichtblick

Von CO am 25. Januar 2016

Die Gesellschaft Carolus bewies wieder einmal, dass Karneval und Gala-Stimmung keinen Widerspruch bilden.

KAARST (nmj) – Man kennt die Unkenrufer zur Genüge, die jedes Mal das Totenglöckchen läuten, wenn in einem Jahr einmal kein Besuchsrekord bei einer Veranstaltung zu verzeichnen ist. Und so ist es heuer halt die Brauchtumsgesellschaft Carolus, der dieses gallige Süppchen kredenzt werden soll, weil ihr Galaball im Albert-Einstein-Forum (AEF) in diesem Jahr nur knapp 130 Besucher zählte. Diverse Konkurrenzveranstaltungen und eine in dieser Session allgemeine Zurückhaltung bei den Besucherzahlen zu karnevalistischen Anlässen haben es Carolus in der Tat nicht leicht gemacht.

Viel Trubel auf höchstem Niveau...

Viel Trubel auf höchstem Niveau…

...beim traditionellen Carolus-Galaball.

…beim traditionellen Carolus-Galaball.

Umso größer muss das Lob für den Veranstalter  rund um den Vorsitzenden Hans-Peter Grabowski ausfallen, dass auch in schwierigen Zeiten die Entschlossenheit herrscht, das hohe Niveau beim närrischen Treiben beizubehalten, statt den Verlockungen eines schnellen Umsatzerlöses um den Preis nachzugeben, den Firlefanz- und Boulevard-Fasching an dessen Stelle zu setzen. Es mag ja richtig sein, dass man zukünftig das Konzept der Jugend- und Nachwuchs-Ansprache, wie von Carolus-Geschäftsführer Matthias Molzberger unermüdlich verfolgt, noch energischer betreiben muss. Das Publikum für den gehobenen Karneval, das es sich in gediegener Atmosphäre gefallen lässt, an einem guten Tropfen zu nippen, während man sich an der Dezenz und Hintergründigkeit des feinen Humors erfreut, ist auf jeden Fall vorhanden. Wen es dagegen verlangt, im albernen Singsang zu schwanken, während man die zertretenen Luftschlangen in der Schnapslache zählt, der hat anderswo Gelegenheit dazu genug.

Das Alpen-Duo machte den Anfang...

Das Alpen-Duo machte den Anfang.

»Carneval bei Carolus« setzt traditionell Maßstäbe anderer Art:  Das Ambiente ist gediegen, anspruchsvolle Lichtspiele in wechselnden Farben gleichen sich dem jeweiligen Programmpunkt an und die festlich garderobierten Gäste pflegen eher den feinen Tanzschritt als das Hula-Hopp auf Landkarnevalniveau. Für die Musik sorgte die Kaarster Formation »Swing o.k.«, die für Jung und Alt etwas im Repertoire hatte. Schon der »Tulpen-Heini aus Belgien« hatte zu Beginn des Abends die Lacher auf seiner Seite, was auf die Atmosphäre einstimmte und sich wohltuend abhob von den nicht selten hingekasperten Versen mäßig begabter Provinzreimer; Abordnungen aus Düsseldorf und Hilden, die mit farbenfrohen und das Gemüt aufhellenden Einlagen gastierten, sorgten ebenso für das Wohlbefinden wie die lukullischen Genüsse aus der »Haus Broicherdorf«-Küche .

Erntete Lachsalven: Der "Tulpen-Heini aus Belgien".

Erntete Lachsalven: Der „Tulpen-Heini aus Belgien“.

Ein Besucher fasste zusammen: »So und nicht anders wünsche ich mir das Narrenfest: Klasse statt Masse und edle Kulisse statt billige Verrisse. Carolus ist und bleibt der einzige Lichtblick im Karneval weit und breit.« Ein neues Bewerbungskonzept und die Interaktion mit neuen Publikumskreisen (ein Vorschlag, der schon öfters zu hören war: Die Ernennung von Karnevals –Ehrensenatoren) könnte in Zukunft auch wieder die Ränge voller machen.

  1. senit1

    25. Januar 2016 at 19:46

    Na ja, so kann man aus einer negativen Nachricht eine positive machen. Es gibt vielmehr einen knallharten Grund, warum nur 130 Besucher kamen. Diesen Mist will einfach niemand mehr sehen. Es gibt zwischenzeitlich mehrere Karnevalsvereine in Kaarst. Deren Sitzungen sind bis auf den letzten Platz ausverkauft, gerade wegen der kurzen Session in diesem Jahr. Und hier finden sich auch die echten Knaller und nicht so ein pseudo Karneval ala Carolus. Carolus ist weder lustig, noch hat es ein höheres Niveau. Carolus ist einfach nur peinlich! Zahlen lügen nicht. Carolus hat seine Besucher auch in diesem Jahr wieder enttäuscht und verprellt. Das ist das einzig traditionelle an diesem Verein. Im nächsten Jahr werden es noch weniger Besucher werden. Helau!

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