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Tränen, Tatkraft und unbequeme Wahrheiten

Von DS am 4. April 2016

Der Besuch von Sr. Hatune Dogan, Leiterin der Stiftung »Helfende Hände«, offenbarte ein Wechselbad der Gefühle.

KAARST (nmj) – Es war mitunter starker Tobak, den die Ordensschwester im Gepäck hatte und bei ihrem Vortrag am Sonntag, 3. April den rund 60 Zuhörern in der Aula des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst darlegte. Angefangen bei ihrem ganz persönlichen Verfolgten-Schicksal, als christliches Mädchen in der Ost-Türkei, das in einer feindlich-islamischen Umgebung aufwächst, dreimal nur knapp der Vergewaltigung entgeht und schließlich mit ihrer Familie vor den Nachstellungen einer intoleranten und teils fanatischen Gesellschaft fliehen muss. Wenn Sr. Hatune also von Verfolgung, Drangsalierung und Flucht spricht, dann weiß sie genau, wovon sie redet, denn sie hat es am eigenen Leib erfahren müssen.

Vortrag von Sr. Hatune Dogan in der Aula des GBG.

Vortrag von Sr. Hatune Dogan in der Aula des GBG.

Anderen Mädchen und Frauen zu ersparen, was sie selbst hat durchmachen müssen, ist seitdem ein zentrales Anliegen für die Ordensschwester, deren Stiftung heute in 35 Staaten Hilfsprojekte unterstützt und mehr als 5000 ehrenamtliche Mitarbeiter hat. Ob ein Sack Reis für 20.- EUR, der  das Überleben einer vierköpfigen Familie für einen Monat in Nepal sichert oder ein Brunnen für 500.- EUR, der einen ganzen Landstrich vor kilometerweiten Fußmärschen und teils hochgiftigem Flußwasser bewahrt oder auch die Errichtung eines ganzen Waisenhauses: Die Hatune Foundation ist an zahlreichen Krisenherden der Erde vor Ort aktiv.

Bewegende Momente erleben die Anwesenden, als Schwester Hatune anhand von Fotos und Videoeinspielungen von ihrer Arbeit vor Ort berichtet; den Tränen nahe ist sie, als sie von Verschleppungen, Massenvergewaltigungen, dem blanken, kranken Haß erzählt, den die von ihr betreuten Menschen ertragen mussten. Immer wieder kommt sie darauf sprechen, dass der ideologische Islam die Quelle all dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. Und sie lässt auch keinen Zweifel daran, dass sie den Koran, den sie mitführt, aus dem sie zitiert, den sie studiert hat, als das Übel stiftende Werk betrachtet. Immer wieder aber auch mahnt die Ordensschwester, die auch Mitglied im Weltkirchenrat ist, die Differenzierung an: Muslim ist nicht gleich Muslim. Vier verschiedene Strömungen sind es, die den Islam teilweise gegensätzlich interpretieren. Ja, es gibt den gemäßigten Islam, wie ihn beispielsweise die Aleviten praktizieren. Überhaupt gehören auch Muslime zu ihrem Hilfswerk, denn dem einzelnen Menschen mit Liebe und Verständnis zu begegnen, ist für Schwester Hatune Grundhaltung. Wahr ist aber auch, dass der ideologische, der politische Islam eine Realität ist, und dass er nach Ausbreitung und Vorherrschaft trachtet. Und zwar auch mit brutaler Gewalt. Den Politikern schreibt die Ordensschwester daher ins Stammbuch, dass sie sich nicht täuschen lassen sollten, von denen, die die Hilfsbereitschaft der Menschen ausnutzen und in Wahrheit Übles im Schilde führen. Sie berichtet beispielsweise von einem jungen Mann, der ihr im Rahmen ihrer Flüchtlingsarbeit in Deutschland begegnet ist. Er stammt aus dem Libanon und räumt im Gespräch offen ein, dass er die deutschen Frauen als Huren betrachtet, die rechtlos seien und daher seinem Vergnügen zu dienen hätten. Das Asylparadies Deutschland sei der richtige Ort für ihn, um den ganzen Tag auf der Couch liegen zu können und dazu noch Geld einstreichen zu können. Im Asylverfahren gibt der Mann dann unter gespielter Verzweiflung an, verfolgter Iraker zu sein, dessen ganze Familie von der IS umgebracht worden sei. Schwester Hatune mahnt daher an, auf die Hilfe von Orts- und Sprachkundigen zurück zu greifen, um solche Betrüger zu entlarven. Auch stellt sie die Frage: »Wo sind denn die ganzen Kinder, die Witwen, die Frauen? Warum kommen so viele alleinstehende, junge Männer?«

Bewegende Worte der Ordensschwester...

Bewegende Worte der Ordensschwester…

...untermalt mit Fotos und Videos von ihren zahlreichen Reisen.

…untermalt mit Fotos und Videos von ihren zahlreichen Reisen.

Fragen, die man nicht gerne hört in Deutschland. Fragen, die vielleicht eine Ordensschwester mit türkischen Wurzeln stellen kann, die aber hiesigen Politikern schnell den Vorwurf einbrächten, »rechtsradikal« oder »fremdenfeindlich« zu sein.

Dabei sei doch »taqiyya«, ein islamisches Prinzip der Unaufrichtigkeit, das es gestatte, die Ungläubigen zu täuschen und sich zu verstellen, bis es die Mehrheitsverhältnisse erlaubten, sein wahres Gesicht zu offenbaren. Doch es ist nicht einfach, im Deutschland der Gegenwart eine offene Diskussion darüber zu führen. Neben der politischen Uneinigkeit sind es auch Christen, die teilweise unter- und gegeneinander opponieren, statt im Dialog das Gemeinsame zu finden. Bestes Beispiel dafür ist die Skepsis, auf die der Veranstalter des Vortragsnachmittags, die Autonome Bischöfliche Prälatur (ABP) bei einigen Mit-Christen stieß, weil sie als rom-unabhängige Kirche in einem offenen Verhältnis steht zur römisch-katholischen Kurie. Warnhinweise in den Schaukästen der katholischen Kirchen in Kaarst zeugen von den Vorbehalten, die schon in der christlichen Gemeinschaft bestehen. Vor allem die Mitteilung, dass die Messfeiern der ABP nach katholischem Recht »nicht gültig« seien, hat die Katholiken der Prälatur verstimmt. Ein Kirchenrechtsexperte widerspricht zudem dieser Feststellung: »Die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom hat in der Erklärung ›Dominus Iesus‹ verbindlich festgestellt, dass die Kirchen, die zwar nicht in vollkommener Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber ›durch engste Bande, wie die apostolische Sukzession […] mit ihr verbunden bleiben‹, sogenannte ›echte Teilkirchen‹« seien. Deshalb sei die Kirche Christi »auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt […].« Wer entgegen dieser Lehrmeinung der Glaubenskongregation argumentiere, müsse sich selbst den Vorwurf gefallen lassen, Ungehorsam gegen Rom zu zeigen.

Hießen Sr. Hatune willkommen: S.E. Bischof Gino Collica und Ursula Baum, 1. Stv. Bürgermeisterin der Stadt Kaarst.

Hießen Sr. Hatune willkommen: S.E. Bischof Gino Collica und Ursula Baum, 1. Stv. Bürgermeisterin der Stadt Kaarst.

In Vorst zeigte der gut besuchte Vortrag allerdings, dass nicht jeder sich von dieser Uneinigkeit abschrecken ließ. Es sei schon wahr, dass einige, selbst treue Freunde der Prälatur aus Sorge um ihren beruflichen oder sozialen Stand der Veranstaltung ferngeblieben seien. Das aber sei die Natur des Menschen, so ein Teilnehmer, im Angesicht des Gegenwinds den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Und hat nicht sogar Petrus dreimal seinen Herrn verleugnet, als es darum ging, das Bekenntnis abzulegen?

Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Anneli Palmen bei ihrem Grußwort.

Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Anneli Palmen bei ihrem Grußwort.

So war dann auch die Politik in Vorst eher spärlich vertreten. Von den eingeladenen Honoratioren übernahmen es immerhin Ursula Baum (FDP), erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Kaarst, Anneli Palmen (SPD) und Christian Otte (Zentrumspartei), die Bundesverdienstkreuz-Trägerin Schwester Hatune offiziell willkommen zu heißen. Mit Bouchra El Maazi vom Integrationsrat und Herbert Palmen aus dem Seniorenbeirat ließ die Abordnung an Offiziellen zumindest ein wenig vergessen, dass hinter den Kulissen noch größerer Diskussionsbedarf herrscht. Bischof Gino Collica, der Ende des Monats nach Rom reist, dankte in seinem Schlußwort allen Anwesenden für ihre Unterstützung. Auch in  Kaarst lebende Flüchtlinge, die spontan eine Botschaft verlasen, dankten für das Engagement des Bischofs, seines Sekretärs Stephan Richter und allen, die ihren Beitrag für eine erfolgreiche Integration leisten. Nur im Miteinander und mit der Bereitschaft, einander auch in seinen Unterschiedlichkeiten anzunehmen, so kann die Botschaft des Vortragsnachmittags zusammengefasst werden, wird man die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft meistern können.

Bischof Collica dankte den Anwesenden für ihre Teilnahme und Unterstützung.

Bischof Collica dankte den Anwesenden für ihre Teilnahme und Unterstützung.

  1. kaarster04

    5. April 2016 at 11:14

    Schade,wenn sich Christen,die in diesen Zeiten zusammenstehen müssten,um die gewaltigen und gewalttätigen Attacken Satans abzuwehren,jetzt untereinander streiten.Von den Evangelen ist man es ja gewohnt,dass viele von ihnen,vor allem die Funktionsträger,ihre Erfüllung nicht mehr im Glauben,sondern eher im politischen Tagesgeschäft finden.
    Dass nun auch Katholiken die Ausgrenzung der Versöhnung vorziehen,ist in diesen Zeiten, da der Gehufte mit den Legionen der Dunkelheit vordringt in alle Festungen unseres Glaubens,erschreckend und beängstigend.

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