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»Karis verbreitet Unwahrheiten«

Von DS am 18. August 2016

In ungewöhnlich scharfer Form distanziert sich der Holzbüttgener Bruderschaftsvorstand von Hubertusmajor Josef Karis.

HOLZBÜTTGEN (nmj) – Dass der Vorstand einer Schützenbruderschaft sich per öffentlicher Gegendarstellung von einem seiner Mitglied distanziert, dürfte ein Novum in der Brauchtumsgeschichte sein. Dennoch sahen sich die Holzbüttgener Sebastianer nun dazu veranlasst, weil »Karis wohl nicht gedenkt, mit der Verbreitung von Unwahrheiten aufzuhören«, so der Bruderschaftsvorstand in seiner Erklärung vom 17. August.

Mit dieser Erklärung wirft der Bruderschaftsvorstand Josef Karis die "Verbreitung von Unwahrheiten" vor (Bild: Screenshot www.sbhb.de)

Mit dieser Erklärung wirft der Bruderschaftsvorstand Josef Karis die „Verbreitung von Unwahrheiten“ vor (Bild: Screenshot www.sbhb.de)

Vorausgegangen war ein Streit um die Frage, ob das Reiten unbedingt zu den Pflichten eines Corpsführers gehört. Beim Schützenfest in Holzbüttgen war tatsächlich nur noch Josef Karis als Major des Hubertuscorps zu Pferde gesessen. Zu früheren Zeiten waren daneben auch der Oberst, die Vorreiter, Jäger-, Grenadier- und der Artilleriemajor beritten unterwegs gewesen. Inzwischen aber hat der gesellschaftliche Wandel auch vor dem Schützenwesen nicht Halt gemacht, sodass immer weniger Verbindungen bestehen zur reiterlichen Betätigung. Jäger- und Grenadiermajor, sowie der Oberst entschieden sich folglich, nebst Adjutanten, nicht mehr zu reiten. Dies veranlasste Josef Karis dazu, es zu einer Frage der »Würde« der Regimentsführung zu machen, ob diese sich beritten präsentiere. Der Bruderschaftsvorstand: »Ob man die Sichtweise von Josef Karis teilt, die besondere Würde eines Corps-Führers hänge davon ab, ob ein solcher Schützenbruder in herausgehobener Verantwortung sein Amt zu Pferde ausübt oder nicht, hängt vermutlich vom jeweiligen Menschenbild ab. Es muss jedoch deutlich widersprochen werden, wenn die im Rang deutlich über dem Hubertusmajor Karis stehenden Schützenbrüder, wie Schützenkönige, Brudermeister und Oberst, oder die ihm gleichgestellten Corps-Führer, zwischen den Zeilen als würdelose Menschen dargestellt werden«.

Massiv in der Kritik: Hubertusmajor Josef Karis (Bild: Archiv)

Massiv in der Kritik: Hubertusmajor Josef Karis (Bild: Archiv)

Auch wirft man Karis vor, Unwahrheiten zu verbreiten, indem er behauptet habe, der Vorstand habe darauf gedrungen, auf Pferde zu verzichten. »Die Aussage, der Bruderschaftsvorstand habe aus Kosten- und Sicherheitsgründen entschieden, auf Pferde im Umzug zu verzichten, ist schlicht unwahr«, stellt die Bruderschaft klar. Da Karis nur ein- bis zweimal im Jahr »für 30 bis maximal 90 Minuten« an den Monatssitzungen der Bruderschaft teilnehmen würde, wüsste er folglich auch nicht, welche Themen dort besprochen und bearbeitet worden seien. Hieran wird deutlich, dass es bei dem Zerwürfnis zwischen Hubertsmajor und Vorstand um tiefere Befindlichkeiten geht. Dafür spricht auch eine Bezugnahme des Vorstands auf den Ärger bei der Jahreshauptversammlung im Januar. Dort war der Regimentsoberst mit großer Mehrheit gewählt worden. »Als Gegenkandidat hatte sich Josef Karis vorschlagen lassen und war unterlegen, hat es sich im Anschluss daran aber nicht nehmen lassen, die Presse für sich mit sachlich völlig ungerechtfertigten Vorwürfen gegenüber dem Vorstand der Bruderschaft zu instrumentalisieren«, beklagt die Bruderschaft.

Die zuletzt bereits aufgetauchten Rücktrittsforderungen gegenüber Josef Karis dürften nun noch einmal Nahrung bekommen. Ein langjähriger Weggefährte von Josef Karis gegenüber dem Neumarkt Journal: »Josef Karis macht sich im Moment alles kaputt, freundschaftlich, politisch, im Schützenwesen…Man erkennt ihn kaum wieder. Als würde er unter schlechtem Einfluss stehen.« Ob das Hubertuscorps seinem Major weiter die Treue hält, bleibt nun abzuwarten.

  1. riesenprinz

    18. August 2016 at 17:54

    Wieder mal sehr zurückhaltend formuliert.Man kann die Herrschaften mit dem verheerenden Einfluss ruhig mal beim Namen nennen…

  2. semi

    19. August 2016 at 11:58

    Bei „Du bist Kaarster“ ist die Gegendarstellung schon wieder gelöscht.Rudert die Bruderschaft zurück?
    Wäre ja auch dumm für Herrn Karis,wenn er damit rechnen müsste,dass in seinem Wahlkreis jederzeit ein Flugblatt auftauchen könnte,auf dem steht,dass man über ihn sagen darf,er verbreite die Unwahrheit…

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