Leaderboard / Super Banner (728 x 90)

»Die CDU hat sich einen Lapsus erlaubt«

Von DS am 22. April 2014

Das Neumarkt Journal im Gespräch mit einem der drei Spitzenkandidaten der Zentrumspartei für die Kommunalwahl im Mai.

NEUSS (nmj) – Immer höhere Wellen schlägt die Halbmond-Wahlwerbung der Neusser CDU, auch wenn Parteichef Jörg Geerlings dieselbe nach den ersten Protesten schleunigst zurückgezogen hat. Neben einer massiven Internet-Beachtung stürzen sich auch immer mehr Medien – regionale wie überregionale – auf den Fall. Das Neumarkt Journal war von Beginn an dabei, hat Reaktionen verfolgt und Stellungnahmen eingeholt. Neben Häme und Schadenfreude, wie zum Beispiel von der AfD („Danke für die Wahlkampfhilfe“)  und eher unglücklichen Erklärungsversuchen („Druckerei-Fehler“) gibt es aber auch besonnene Kommentare, wie zum Beispiel von der Zentrumspartei. Einer der Spitzenkandidaten des Zentrums für die Kreistagswahl im Mai, Christian Otte (Kaarst), stellte sich den Fragen des Neumarkt Journals. Mit Herrn Otte sprach Stefan Langsiep:

 

?Herr Otte, AfD-Kandidat Dirk Aßmuth bedankt sich schonmal bei der CDU für die Wahlkampfhilfe. Schließen Sie sich diesem Dank an?

Otte: »Unsere Position ist eher, mit Nüchternheit und Anstand auf die Situation zu reagieren. Ja, die CDU hat sich da einen Lapsus erlaubt, der ihr nun wuchtig auf die Füße fällt. Andererseits hat Jörg Geerlings prompt reagiert und sich in Schadensbegrenzung geübt. Mit Häme und Spott sollte man sich nun auch wieder zurückhalten.«

?Schadensbegrenzung? Die nach- oder besser: vorgeschobene Begründung, die Druckerei habe einen Fehler gemacht, lädt doch zum Spott geradezu ein?

Otte: »Das war in der Tat sehr unglücklich und wenig glaubhaft. Es gab da keinen Fehler, man sollte also auch einräumen, dass man das CDU-Logo bewusst ein wenig – ich sage mal: morgenländischer – machen wollte, um neue Wählerschichten zu erschließen. Das ist aus dem Ruder gelaufen, dazu sollte man sich dann auch bekennen.«

?Der vielstimmige Chor der Kritiker behauptet mitunter, das sei kein Versehen, das sei die Konsequenz aus dem CDU-Bundesmotto, die „Union der Zuwanderer“ sein zu wollen?

Otte: »Es ist sicher nicht meine Aufgabe, Ansichten und Absichten der Bundes-CDU zu erläutern. Die Neusser CDU jedenfalls habe ich immer als Partei wahrgenommen, die zwar Zuwanderern offensteht, sich aber ihrer christlichen Wurzeln durchaus bewusst ist. Man wird fairerweise sagen müssen, dass das für einen Großteil der Mitglieder und Wähler immer noch gilt. Trotz dieser Episode.«

?Der Neusser CDU-Ratsherr Sebastian Rosen sieht das ein wenig kritischer: Er sieht hier „einige wenige Führungskräfte im CDU-Vorstand“, die „hier die notwendige Sensibilität vermissen lassen“?

Otte: »Herr Rosen ist ein fachlich kompetenter und in der Stadt Neuss hoch angesehener Kommunikator.  Ich denke, dass man seiner Einschätzung über die internen Angelegenheiten der Neusser CDU da durchaus vertrauen kann.«

?Die Kritik von Herrn Rosen besagt aber auch, dass der muslimische Kandidat „durchgewunken“ wurde, Gegenkandidaturen unerwünscht gewesen seien und man die Verteilung des „unsäglichen Wahlkampfmaterials“ zumindest gebilligt habe?

Otte: »Nun, der CDU dürften die Ohren brennen (lacht). Aber im Ernst: Es ist doch nichts Ehrenrühriges, wenn sich eine Volkspartei veränderten sozialen Strukturen stellt und gesellschaftliche Realitäten anerkennt. Wem das zu schnell – oder zu weit – geht, der hat in unserer pluralistischen Parteienlandschaft ja auch die Möglichkeit, das über den Stimmzettel entsprechend zu kommunizieren.«

?Dennoch: Eine solche Steilvorlage müsste doch gerade von der christlich-traditionellen Zentrumspartei begeistert aufgenommen werden, oder?

Otte: »Ich tue mich etwas schwer damit, für uns einen Vorteil allein aus der problematischen Situation anderer zu ziehen. Natürlich steht das Zentrum für eine Nachhaltigkeit christlicher Werte, und wer die CDU in dieser Hinsicht auf Kurs bringen will, wählt zweckmäßigerweise Zentrum. Ich sträube mich aber ein wenig, so ganz aus dem Auge zu verlieren, dass der eigentliche politische Gegner nicht die CDU ist.«

?Das klingt fast wie ein Koalitionsangebot?

Otte: »Demokratische Parteien sollten untereinander immer koalitionsfähig sein. Das gilt natürlich im Besonderen für Parteien mit einem christlichen Werteverständnis. Unser Selbstbild als Zentrumspartei ist ja auch nahe dem der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU). Und was auf Bundesebene gut funktioniert – die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU – könnte ja auch auf lokaler Ebene fruchtbare Synergieeffekte erzielen.«

Besten Dank für das Gespräch, Herr Otte!

Christian Otte (Zentrum)

Christian Otte (Zentrum)

  1. semi

    23. April 2014 at 10:21

    Zustimmung,Herr Otte! Hier ist seriöse Debatte gefragt,nicht der Klamauk a la AfD und Konsorten.Danke dafür!

  2. riesenprinz

    23. April 2014 at 13:51

    Ihre Diplomatie in allen Ehren,Herr Otten,aber man müsste der CDU hier die Grenzen sehr deutlich aufzeigen , es geht nicht nur um ein verfehltes Logo,sondern auch darum,warum die Parteiführung demokratische Prinzipien ausser kraft setzt , nur um ihr multikulti-projekt durchzuboxen.auch ich frage,warum muss (in einer C-Partei) ein betont christlicher kandidat un d finanzexperte im rat wie sebastian Rosen um Wiederaufstellung kämpfen , während der muslimische Fahrlehrer vom vorstand protegiert ohne gegenkandidat durchläuft???

  3. Dr. Meyer

    24. April 2014 at 10:39

    Schade, dass zum Beispiel die NGZ – die ja doch eine hohe Affinität zur Thematik und zur CDU aufweist -, diese Stellungnahme nicht bespricht, stattdessen heute der sogenannten Piratenpartei einen breiten redaktionellen Raum gibt. Die infantilen und nur noch peinlichen Aktionen dieser Gruppierung sind eine Schande für jedes Parlament. Inhaltlich unterscheidet man sich kaum noch von der Linkspartei und die müden Provokationen, um wieder an Aufmerksamkeit zu gelangen, sind nahezu mitleidserweckend!

    Muß man diesen Figuren wirklich erst sagen, dass sie lediglich durch eine Gunst der Stunde (konkret: das konzertierte Wohlwollen der Massenmedien) in vier Landtage gespült worden, die sie unter fairen und normalen Umständen nie von innen gesehen hätten?

    Wer, bitte, braucht neben SPD, Grünen und der SED eine weitere Linkspartei? Davon abgesehen fragt man sich schon, ob die Abgeordneten der NRW-Landtages so unausgelastet sind, dass in Neuss gleich drei Piraten-MdL auf dem Kommunalwahlzettel erscheinen können?
    Nichts gegen Politik aus Langeweile; aber diese Herrschaften werden mit rund 10.000.- EUR im Monat aus Steuermitteln alimentiert!

  4. Pingback: online casino

  5. Pingback: you can find out more

  6. Pingback: iraqi coehuman

  7. Pingback: Aws Alkhazraji4

  8. Pingback: empresas informática

  9. Pingback: 3 zero pendaftaran cpns 2019 kampar

  10. Pingback: Philippines Virtual Assistants

  11. Pingback: warehouse for rent

  12. Pingback: Blood brain barrier

  13. Pingback: ppc management new york

  14. Pingback: Free UK Chat

  15. Pingback: pendaftaran cpns 2018

  16. Pingback: seo salt lake city

  17. Pingback: Dachdeckerhose

  18. Pingback: 主页

  19. Pingback: Corporate Reputation Management solutions

  20. Pingback: Recipes

  21. Pingback: testosterona enanthate balkan

  22. Pingback: java

  23. Pingback: free forex signals

Schreibe einen Kommentar