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München: Auslandspresse vs. deutsche Medien

Von DS am 23. Juli 2016

Die Darstellungen in den deutschen und den internationalen Medien zum Münchner Attentat weichen voneinander ab. Die Gründe sind unklar.

MÜNCHEN (nmj) – Während deutsche und internationale Medien in ihrem Entsetzen und ihrer Verurteilung des feigen Mordanschlags von München Einigkeit zeigen, herrscht bezüglich der Einordnung des Geschehens offenbar Dissens. Während deutsche Massen- und Staatsmedien verstärkt von einem »Einzeltäter« sprechen, und jede Verbindung zum IS-Terrornetzwerk vehement bestreiten, berichten internationale Medien – z.B. aus den USA, aus Österreich, aus Großbritannien – von Zeugen, die gehört haben wollen, dass der aus dem Iran stammende Täter »Allahu akbar!« gerufen haben soll während er 9 Menschen niederschoß und etliche weitere zum Teil schwer verletzte ehe er sich offenbar selbst richtete.

In der Auslandspresse liest man, was in Deutschland offenbar unterdrückt werden soll (Bild: Screenshot Daily Star, UK)

In der Auslandspresse liest man, was in Deutschland offenbar unterdrückt werden soll (Bild: Screenshot Daily Star, UK)

Das Mißtrauen gegenüber der deutschen Medienlandschaft, die sich seit geraumer Zeit schon auch pauschalisierten Vorwürfen (»Lügenpresse«) ausgesetzt sieht, wächst – nicht nur in den Sozialen Netzwerken, dort aber besonders intensiv. Ein Beleg dafür ist, dass am gestrigen Abend, trotz noch völlig ungeklärter Sachlage, das Gerücht eines möglicherweise rechtsradikalen Anschlags die Runde machte, so als wünschten sich einige Medienverantwortliche eine solche Szenerie geradezu herbei. Motivation hierzu könnte sein, dass man einen – weiteren – islamterroristischen Anschlag wohl nicht erneut mit den üblichen Beschwichtigungs- und Relativierungsfloskeln für vermittelbar hält.

Fakt ist und bleibt jedoch, dass Deutschland zum zweiten Mal in einer Woche Angriffsziel einer amokartigen Terrorattacke geworden ist, dass Tat- und Täterbild erneut auf einen islamistischen Hintergrund schließen lassen und dass die Unruhe in der Bevölkerung – trotz den angemessenen und schnellen Reaktionen der Polizei in beiden Fällen – nur noch mühsam unterdrückt werden kann. Dass von der Bundeskanzlerin bis zur Stunde kein statement vorliegt, während sich international – neben Frankreichs Staatspräsident Hollande auch der US-Präsident Barack Obama – mehrere Spitzenpolitiker schon geäußert haben, hinterlässt ebenfalls einen eher zweifelhaften Eindruck. Deutsche Massen- und Staatsmedien mögen weiterhin ihre ideologisch aufgepumpte Sichtweise verbreiten; mehr als eine vorübergehende Täuschung mit umso größerem sich anschließendem Mißtrauen werden sie dadurch nicht erreichen.

  1. semi

    23. Juli 2016 at 20:54

    Ohne neumarkt Journal wüsste man das gar nicht richtig einzuschätzen. Danke!

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