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Morddrohung gegen ZENTRUM-Bundesvorsitzenden

Von CO am 14. Oktober 2017

Wer will ihm ans Leder? Der Bundesvorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Gerhard Woitzik (89) erhielt jetzt eine unverblümte Morddrohung.

Dormagen (nmj) – Ein anonymer Absender schrieb, er solle sich „mit seinem eigenen Schicksal“ befassen, und sich auf sein „qualvolles Sterben am 19.01.2018“ vorbereiten, sowie auf seine „Beerdigung am 25.01.2018“. Freunde und Verwandte des Witwers,  der sich soeben von einem Krankenhausaufenthalt erholt, sind entsetzt. Hintergrund ist womöglich eine Anti- Abtreibungskampagne,  die die Partei im Münchner Umland gestartet hat, welche sich gegen Deutschlands größte Abtreibungsklinik richtet. Neben viel Zustimmung für diese Aktion erhielt das Zentrum auch viel böse Post, darunter Drohungen gegen die Verteiler von Info- Material und wüste Beschimpfungen im Internet.

ZENTRUM-Generalsekretär Christian Otte (46) sprach von „Kommunisten und Satanisten“, die die Kampagne auf den Plan gerufen habe. Die Morddrohung gegen den ältesten aller Parteivorsitzenden in Deutschland bezeichnete Otte als „Beleg für den Hass, der Menschen trifft, die sich für den Lebensschutz einsetzen.

Die Flyer-Aktion der bayerischen Zentrumspartei brachte so viele Gegner gegen sich auf, weil sie äußerlich wie eine „Pizza-Werbung“ aufgemacht ist, im Innenteil aber Pizzen mit Föten abgetriebener Kinder zeigt. Dazu heftige Anklagen gegen einen CSU-Funktionär, der angeblich als Vermieter für die Abtreibungsklinik von Friedrich Andreas Stapf auftritt, der im Internet als „Deutschlands Tötungsspezialist N° 1“ bezeichnet wird, der angeblich „über 70.000 ungeborene Kinder“ getötet habe.

Die Drohungen als Reaktion auf die Postwurfsendung waren nicht nur gewalttätiger Art. Auch rechtliche Konsequenzen wurden dem ZENTRUM als presserechtlich Verant-wortliche angekündigt. Für die CSU ist die Aktion in mehrfacher Hinsicht unangenehm:  Einerseits gilt die Partei als familienfreundlich und wendet sich gegen Abtreibungen. Wenn ihr nun Verbindungen ausgerechnet in die größte Abtreibungsklinik nachgesagt werden können, kann dies insbesondere christliche Wählerinnen und Wähler verschrecken. Nachdem die CSU bei der Bundestagswahl zuletzt mit der AfD eine Konkurrentin gegenüber hatte, wäre eine Aktivierung der Zentrumspartei in Bayern eine weitere Herausforderung für den Landtagswahlkampf, den die CSU im nächsten Jahr bestreiten muss. Dabei hatte die Zentrumspartei zuletzt wiederholt ihre Nähe zur bayerischen CSU betont, und seit Jahren darauf verzichtet, einen eigenständigen bayerischen Landesverband aufzustellen.

Mit diesem „Sympathiefrieden“ scheint es nun jedoch vorbei zu sein. Aus dem Bundesverband der Zentrumspartei hört man, die „mehrfachen Gesprächsangebote“ seien von der CSU Landesleitung „nicht wahrgenommen“ worden. Dafür seien jedoch „die inhaltlichen Unterschiede immer deutlicher zutage getreten“.

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