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Jeder 10. Flüchtling taucht unter

Von DS am 27. Februar 2016

Mehr als 130.000 registrierte Asylanten sind untergetaucht – aufgrund einer Vielzahl Unregistrierter dürfte die tatsächliche Anzahl höher sein.

BERLIN (nmj) – Neue Zahlen zeigen, wie schwer es den deutschen Behörden fällt, Ordnung in die Registrierung und Verteilung von Flüchtlingen zu bekommen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hervor, über die Medien berichten.

Demnach räumt das Bundesinnenministerium ein, dass rund 13 Prozent der Menschen, die im vergangenen Jahr als Asylsuchende registriert wurden, nicht bei der zuständigen Aufnahmeeinrichtung angekommen sind. Insgesamt waren 2015 etwa 1,1 Millionen Flüchtlinge erstmals im sogenannten Easy-System erfasst worden, somit geht es also um mehr als 130.000 Menschen, die nicht in der Unterkunft ankommen, die ihnen zugewiesen wurde. Als mögliche Gründe nennt das Ministerium unter anderem das »Untertauchen in die Illegalität«.

Sarkasmus im Anbetracht der Asylkrise und des Untertauchens von hunderttausenden von Asylbewerbern: "Ja wo laufen sie denn?" (Bild: Loriot/Screenshot youtube)

Sarkasmus im Anbetracht der Asylkrise und des Untertauchens von Hunderttausenden von Asylbewerbern: „Ja wo laufen sie denn?“ (Bild: Loriot/Screenshot youtube)

Genaue Zahlen hat niemand, da über Wochen keinerlei Registrierung vorgenommen wurde. Politische Beobachter sprechen von einem »nicht mehr kontrollierbaren Chaos, das die Handlungsfähigkeit des Staates jederzeit zum Kollaps führen kann«. Während der Durchschnittsbürger mit allerlei Kontroll- und Gehorsamszwang behelligt wird – zuletzt wurden in Neuss in einer konzertierten Aktion massenweise Fahrradfahrer kontrolliert –, herrscht bei den grundlegenden Ordnungs- und Sicherungsaufgaben ein heilloses Durcheinander, das die Staatsadministration auch gar nicht beseitigen will. Der ideologische Wille, Europa mit Flüchtlingsströmen zu überfluten, selbst dann, wenn Deutschland im Alleingang jeden aufnimmt, der Einlass begehrt, führt zu einem gesetzlosen Zustand, den CSU-Chef Seehofer kürzlich als »Herrschaft des Unrechts« brandmarkte.

Da eine europäische Lösung zuletzt wieder in weite Ferne gerückt ist, darf vermutet werden, dass Deutschland weiterhin die Hauptlast der Asylkrise trägt – ohne Rücksicht auf Kapazitäten, Finanzen, soziale Verträglichkeit. Die Handlungsunfähigkeit bzw.  –unlust des Staates unter Preisgabe jeder politischen Steuerungsfunktion wird aber vielerorts nicht nur schulterzuckend hingenommen, sondern durch Aktionskreise immer weiter befördert. Experten rechnen damit, dass der große Knall eher oder später kommen wird. Was uns dann erwartet, darüber gehen die Mutmaßungen auseinander.

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