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Kulturfaschismus in Reinform

Von DS am 21. Oktober 2015

Im Zuge wachsender Teilnehmerzahlen bei Pegida läuft die Gegenpropaganda zu Höchsttouren auf.

DÜSSELDORF/DRESDEN (nmj) – Die gerne mal als »Rheinische Prawda« bezeichnete »Rheinische Post« (RP) ist immer vorne mit dabei, wenn es darum geht, die islamkritische Pegida-Bewegung zu denunzieren und ihre Teilnehmer unterschiedslos in die tiefbraune Ecke zu stellen. Eine besonders widerliche Form der Nachrichtenverzerrung lieferte das Blatt heute im Zusammenhang mit der Rede des türkischstämmigen Autors Akif Pirinçci am Montagabend vor ca. 30.000 Dresdnern. Dort hatte der Buchautor in satirischer Übertreibung gemutmaßt, zu welchen Mitteln der Staat noch greifen werde, um die kritische Bürgermenge los zu werden. Auswanderung, wie zuletzt von einem CDU-Funktionär ernsthaft empfohlen, sei so ein Mittel. Pirinçci: »Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.«

Umstrittener Autor: Akif Pirinçci (Bild: Facebook-Account des Autors)

Umstrittener Autor: Akif Pirinçci (Bild: Facebook-Account des Autors)

Den Kontext ließ die RP gleich mal weg, um zumindest auch die Interpretation zu gestatten, dass Pirinçci das KZ für Asylanten oder Islamisten gefordert habe – was schlicht und einfach nicht stimmt. Genau genommen sieht der Autor nämlich sich (und andere Pegida-Teilnehmer) als mögliche zukünftige Insassen, statt als Betreiber von Lagern, weil man die Islamkritiker aus der Sicht der Pegida-Gegner ja anders nicht loswerden könne.

Geschmacklos? Sicherlich. Aber für diese Form des Kulturschocks ist der Autor nicht nur bekannt – sondern in manchen Kreisen auch hoch geschätzt. Dass gerade aus dem bundesdeutschen Kulturbetrieb dagegen angestänkert wird, erstaunt. Schließlich gilt doch gerade die deutsche Szene als absolut tabulos, was das Überschreiten aller nur denkbaren Konventionen anbetrifft. Die jetzt an den Tag gelegte Sensibilität mag so gar nicht passen zu der Dickfelligkeit, die man gerne anderen empfiehlt, wenn es nicht eigene Heiligtümer sind, die durch den Dreck gezogen werden. In Wirklichkeit geht es aber wohl gar nicht um mangelnde oder übertriebene Sensibilität, sondern, so profan es auch klingen mag, nur darum, linken Kulturkritikern jeden, auch den beleidigendsten Ausfall gegen Andersdenkende zu gestatten, aber bei rechter Satire gleich den Staatsanwalt kommen zu lassen. Das aber ist Kulturfaschismus in Reinform.

Angesichts einer solchen ungeheuren Verdrehung des Tatsächlichen fallen die weiteren Manipulationen der RP –  wie eine grundsätzliche Herunterbezifferung der Teilnehmerzahlen oder die der Verleumdung von SPD-Chef Gabriel Raum gebenden Gleichsetzung von AfD und NPD –, kaum mehr ins Gewicht. Wenn der inzwischen tausendfach erhobene Vorwurf von »Lügenpresse« auch die systematische Desinformation beinhaltet, liefert die politische Redaktionsleitung der »Rheinischen Post« regelmäßig Anschauungsmaterial für zweifelnde Medienkonsumenten. Dass die Herabwürdigung von immer mehr Unzufriedenen, die der so empfundenen, politischen und medialen Einseitigkeit in diesem Lande nicht länger folgen wollen, nur noch mehr aufstachelt, statt zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, stört die RP-Verantwortlichen offenbar nicht. Der nur verkürzt informierte Leser der RP dürfte, selbst wenn er kein Pegida-Freund ist, kein Verständnis haben für diese Form der Indoktrination.

  1. kaarster04

    23. Oktober 2015 at 21:59

    Man sagt,es sei ein Zusammenrücken erforderliche, der Demokraten.Gerne.Nur wo sind sie?

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