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Dalĺ und der Kaarster

Von CO am 20. Mai 2016

Von seiner langjährigen Freundschaft mit Salvador Dalĺ berichtete jetzt Horst Schleberger aus Kaarst.

KAARST (nmj) – Als rüstiger Initiator von Seniorenprojekten ist Horst Schleberger vielen Kaarstern seit längerem bekannt. Was nur wenigen bekannt ist, ist, dass den Vorsitzenden der Kaarster Senioreninitiative e.V. eine langjährige Freundschaft mit dem 1989 verstorbenen Maler, Schriftsteller und Bildhauer Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech – kurz Salvador Dalĺ – verband. Als einer der Hauptvertreter des Surrealismus zählte dieser zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Um das Jahr 1929 hatte Dalí seinen persönlichen Stil und sein Genre gefunden, die Welt des Unbewussten, die in Träumen erscheint. Schmelzende Uhren, Krücken und brennende Giraffen wurden zu Erkennungsmerkmalen in Dalís Malerei. Sein malerisches technisches Können erlaubte es ihm, seine Bilder in einem altmeisterlichen Stil zu malen, der an den späteren Fotorealismus erinnert. Zahllose Kunstwerke, darunter öffentliche Bauten und Museen verbinden sich noch heute mit dem spanischen Künstler von Weltrang.

Maestro Salvador Dali mit Hahn und zerflissender Uhr...

Maestro Salvador Dali mit Hahn und zerflissender Uhr…

...hier als Wachsfigur bei Madame Tussaud in Amsterdam.

…hier als Wachsfigur bei Madame Tussaud in Amsterdam.

Ende der 60er Jahre begegneten sich Horst Schleberger und Salvador Dalĺ zum ersten Mal. An der spanischen Mittelmeerküste hatte Dalĺ nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten im Jahre 1948 wieder Quartier bezogen. Schleberger, den es schon in jungen Jahren in die Welt hinauszog, eine Passion, die er übrigens bis heute pflegt, bereiste in dieser Zeit die Mittelmeerküste mit dem Auto. Irgendwann, irgendwo begegneten sich die beiden und hielten seitdem beständig Kontakt. Auch die spezielle Beziehung zu Dalĺs Ehefrau Gala, der ein schloßähnliches Anwesen in Púbol eingerichtet wurde, nachdem das Paar getrennte Wege ging, verfolgte Schleberger hautnah mit. Und immer dann, wenn die beruflichen und privaten Umständen es zuließen, besuchte Horst Schleberger seinen spanischen Freund. Von zahlreichen Briefen und Zeichnungen des Maestros, die sich im Laufe der Zeit bei Horst Schleberger ansammelten, und die heute einen unbezifferbaren Wert darstellen würden, musste sich Schleberger im Laufe der Zeit trennen – doch die Erinnerungen an die regelmäßigen Besuche in Figueres blieben ihm erhalten.

Horst Schleberger: Bodenständig trotz Freundschaft zum Kunstgenie.

Horst Schleberger: Bodenständig trotz Freundschaft zum Kunstgenie.

Immer noch ist Horst Schleberger regelmäßig in Spanien. Als passionierter Segler kann er sicher mehr als einen Abend lang von seinen Erlebnissen auf den Weltmeeren berichten. Und trotz seiner erlebnisreichen Erfahrungen ist der agile Motor diverser Veranstaltungen rund um das Kaarster Gesellschaftsleben immer bodenständig geblieben. Wo sich andere mit ihrer Freundschaft zu einem großen Kunstgenie längst gerühmt und selbst interessant zu machen versucht hätten, bleibt Schleberger bescheiden und zurückhaltend. Während der Tod des Jahrhundert-Künstlers Dalĺ für die Welt vor allem ein kultureller Verlust war, verlor Horst Schleberger in erster Linie einen liebgewonnen Freund, mit dem er so manche Episode teilte. Auf eine solche Nähe zu dem Künstler, der Anfang der 80er Jahre vom spanischen König zum „Marqués de Púbol“ geadelt wurde, können nur wenige zurückblicken. So verleiht Horst Schleberger dem eher provinziellen Kaarst ein wenig von dem Glanz, den Salvador Dalĺ durch seine vielfältige Schaffenskraft in die Welt brachte; ein wenig daran Anteil gehabt zu haben, kann Horst Schleberger für sich in Anspruch nehmen. Auch wenn sein Freund seit nunmehr schon 26 Jahren tot ist, bleibt er doch in Erinnerung: Der Welt als Genie, Horst Schleberger als Genie und Freund. Unvergessen. Oder wie der Maestro es einst selbst formulierte: „Im Abschied liegt die Geburt der Erinnerung“.

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