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Katholiken im Disput

Von DS am 2. April 2016

Über die Tätigkeit der »Autonomen Bischöflichen Prälatur« ist eine Uneinigkeit in der Katholischen Kirche entstanden.

KAARST (nmj) – Seit dieser Woche hängen in den Schaukästen der katholischen Pfarrgemeinden Warnhinweise, die sich auf das Wirken der »Autonomen Bischöflichen Prälatur« beziehen. Hierbei handelt es sich um eine rom-unabhängige Kirche, deren hiesiger Bischof, der Kaarster Gino Collica, nichtsdestotrotz für sich reklamiert, in der apostolischen Sukzession zu stehen, und damit auch nach kanonischem Recht gültige Amtshandlungen vorzunehmen. Der Aushang an den Katholischen Pfarrkirchen widerspricht dem: »Beichten und Messfeiern der genannten Gruppierung sind nach katholischem Recht nicht gültig.«

Warnhinweise der Katholischen Pfarren (Bild: privat)

Warnhinweise der Katholischen Pfarren (Bild: privat)

Verwirrung hat daher bei den Gläubigen eingesetzt, wessen kirchenrechtliche Anschauung nun zutreffend ist. Grundsätzlich gilt, dass Pontifikalien, also die Amtshandlungen eines Bischofs, selbst wenn er in Widerspruch zur Amtskirche handelt, wirksam sind, sofern der Bischof gültig geweiht wurde. Die römisch-katholische Kirche unterscheidet die Wirksamkeit bzw. sakramentale Gültigkeit einer Bischofsweihe von ihrer Rechtmäßigkeit bzw. Erlaubtheit gemäß dem Kirchenrecht. Die Wirksamkeit hängt dabei von der richtigen Intention von Weihespender und -empfänger sowie der Einhaltung wesentlicher Elemente des Weiheritus ab. Daher können die Weihen verschiedener episcopi vagantes  (also Geistliche, die nach dem Kirchenrecht in irregulärer Weise zum Bischof geweiht wurden oder solche, die sich von ihrer Mutterkirche trennten) zwar als gültig, aber unerlaubt beurteilt werden. Gemäß Kirchenrecht werden alle Vagantenbischöfe als irregulär angesehen, eine Unwirksamkeit ergibt sich dadurch aber nicht zwangsläufig.

Daraus folgt: Ist zwar die Bischofsweihe des Kaarsters Gino Collica unerlaubt erfolgt, so sind seine bischöflichen Amtshandlungen – so auch Messfeiern, Taufen, Beichtabnahmen – kirchenrechtlich gültig. Die Autonome Prälatur kündigte daher an, sich gegen anderslautende Behauptungen verwahren zu wollen. Der Bischof selbst hat mittlerweile Schritte unternommen, die Trennung von der römisch-katholischen Kirche im Sinne der Einheit aller Christen zu überwinden: Mit der Anrufung von Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation in Rom, soll nun ein erster Schritt unternommen werden. In zwei Wochen bereits reist eine Delegation der Autonomen Bischöflichen Prälatur nach Rom, wo man Gespräche aufnehmen will. Für viele Gläubige in Kaarst, die die zahlreichen Initiativen der autonomen Katholiken (vor allem die Absicht, in Kaarst ein Klostergut als christliche Begegnungs- und Heimstatt zu gründen) positiv sehen, wäre eine Einigung und ein Zusammenwirken im Sinne der einen Kirche Christi mehr als wünschenswert.

Am 17.10.2015 geweiht: Seine Exzellenz der Kaarster Bischof Gino Collica.

Am 17.10.2015 geweiht: Seine Exzellenz der Kaarster Bischof Gino Collica.

Am Sonntag, dem 3. April besteht ab 17 Uhr in der Aula des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst die Gelegenheit, die Autonome Prälatur kennenzulernen. Dort wird Sr. Hatune Dogan auf Einladung des Bischofs einen Vortrag halten zum Thema »Verfolgten-Schicksale: Hilfe im Zeichen Christi«. Der Eintritt ist frei.

  1. Dr. Meyer

    3. April 2016 at 13:09

    Soweit man auch verstehen mag,dass die Kaarster Pfarrei etwas „fremdelt“ mit der Autonomen Prälatur,sowenig kann man die Schärfe gutheißen,wie hier christlichen Mitbrüdern und -schwestern begegnet wird.Warum gleich der distanzierende „Warnhinweis“ in den Schaukästen,statt einem Dialog der Christen?

    Hinzu kommt,dass man,wenn man schon hochoffiziell sich verlautbart,zur Kenntnis nehmen muss,dass die Kongregation für die Glaubenslehre höchstselbst der Kaarster Pfarrei widerspricht.Heisst es doch in dem amtlichen Lehrschreiben „Dominus Iesus“:
    »Die Kirchen, die zwar nicht in vollkommener Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber durch engste Bande, wie die apostolische Sukzession […] mit ihr verbunden bleiben, sind echte Teilkirchen.59 Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt […].« (http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20000806_dominus-iesus_ge.html)

    Es ist irritierend und dem Geiste der Einheit der Christen abgängig,wenn die Kaarster Pfarrei sich über diese kirchenamtliche Lehrmeinung hinwegsetzt und damit zu offenem Ungehorsam gegen Rom einlädt.

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