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Karis legt nach

Von DS am 26. Januar 2016

Eklat in Holzbüttgen: Nach der Jahreshauptversammlung am Sonntag werfen sich Schützen gegenseitig Vereinsschädigung vor.

HOLZBÜTTGEN (nmj) – Beobachter der Jahreshauptversammlung der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Holzbüttgen sprachen schon am Sonntag von »verhaltener Dissonanz« bei den Schützen (NMJ berichtete). Nur einen Tag später brechen die mühsam unter der Decke gehaltenen Befindlichkeiten nun aber offen aus. Wie die Neuß-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) heute berichtet, soll der Vorstand der Schützenbruderschaft damit gedroht haben, zurück zu treten, sollte Josef Karis (Hubertusmajor) zum Oberst gewählt werden. Grund ist, laut NGZ, der »Lebenswandel« des Holzbüttgener Ölhändlers, der eine schwer kranke Ehefrau und eine Lebensgefährtin hat. Das sei nicht mit den hohen Idealen von Glaube, Sitte, Heimat vereinbar.

Hubertusmajor Josef Karis legt nach

Hubertusmajor Josef Karis legt nach

Nun schlägt Karis zurück. Er habe sich nichts vorzuwerfen, zitiert ihn die NGZ und weiter: »Zurzeit sind bereits Leute im Bruderschaftsvorstand, die unter dem Aspekt ›Glaube, Sitte, Heimat‹ da noch weniger hingehören als ich«. Starker Tobak, wie Schützenbrüder meinen. Wen Karis da im Blick hat, darüber kann nur spekuliert werden. Ebenso ist unklar, welche Verfehlungen gegen Glaube, Sitte, Heimat Josef Karis welchen Vorstandsmitgliedern konkret vorwirft. Ob das Hubertuscorps hinter den Vorwürfen ihres Majors gegenüber dem Bruderschaftsvorstand steht, ist ebenfalls offen.

Weiterhin bringt Josef Karis auch die Politik ins Spiel. Der Vorsitzende der von ihm und Hermann-J. Rütten gegründeten Freien Wählergemeinschaft (FWG) beklagt: »Mir wurde vorgehalten, dass das ›Fünferbündnis‹ nur Murks macht«. Zur Erinnerung: Im Zuge der Haushaltsberatungen des vergangenen Jahres hatte das Fünferbündnis (SPD, Grüne, FDP, UWG, FWG) den Antrag eingebracht, Zuwendungen für die Schützen zu kürzen. Während Karis und Rütten im Stadtrat dafür waren, stimmte ihr ehemaliger Fraktionskollege, der neue Partei- und Fraktionsvorsitzende des Zentrums, Christian Otte, zusammen mit der CDU gegen diese Kürzungen. Otte ist auch Major und Corpsführer der Artillerie in Holzbüttgen, die allerdings zurzeit inaktiv ist. Auf den Wirbel bei den Schützen angesprochen, erklärt der Artilleriemajor: »Bruderschaftsinterna kommentiere ich nicht öffentlich. Was allerdings die politische Dimension anbetrifft,  kann ich nur sagen: Die einen lassen sich auf Wahlplakaten stolz in Uniform ablichten, und die anderen zeigen eben Solidarität wenn es wirklich drauf ankommt.«

Trubel in Holzbüttgen: Josef Karis (stehend, li.); Artilleriemajor Christian Otte (re., Archivbild)

Trubel in Holzbüttgen: Josef Karis (stehend, li.); Artilleriemajor Christian Otte (re., Archivbild)

Mit den wechselseitigen Vorwürfen des bruderschaftsschädlichen Verhaltens sehen einige nun wieder stürmische Zeiten auf die Bruderschaft in Holzbüttgen heraufziehen.