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Geschichte

Frühe Zeit und Mittelalter

Bei einer Kiesgrube 1958 und 1969 während des Baus der Bundesautobahn wurden bei Kaarst 32 Gräber aus der Frankenzeit (6.–8. Jh. n. Chr.) entdeckt. In den Gräbern wurden Waffen, Schmuck und eine Goldmünze gefunden. Der heutige Stadtteil Büttgen wurde im Jahr 793 erstmals urkundlich mit dem seinerzeitigen Namen Budica erwähnt. Der Name Kaarst tauchte 1218 als Carlesforst in Urkunden auf und weist auf ein hohes Alter hin. Die katholische Kirche in Kaarst ist ein romanisches Bauwerk und trägt die Bauinschrift 1146. Seit dem Mittelalter gehörte Kaarst zum kurkölnischen Amt Liedberg, war aber ein eigener Dingstuhl.

Neuzeit

Im Jahr 1591 wurde in Büttgen Jan von Werth geboren, der im Dreißigjährigen Krieg als Reitergeneral Berühmtheit erlangte.
Im Jahre 1794 beendeten die französischen Revolutionstruppen die Zugehörigkeit Kaarsts zum Erzstift Köln. Kaarst wurde eine eigene Mairie im Département de la Roer. Ein Überbleibsel aus der Zeit der französischen Herrschaft ist der heutige Nordkanal, der 1806 gebaut wurde. Napoléon hatte dem Nordkanal eine große wirtschaftliche Bedeutung als Wasserstraße zwischen Maas und Rhein zugedacht. Nach dem Wiener Kongress (1815) kam Kaarst an das Königreich Preußen und an die Rheinprovinz (1822). 1816 wurde die Gemeinde Kaarst mit den Dorfschaften Kaarst, Broicherseite, Brück, Heide, Hinterfeld und Neußerfurth gebildet. Sie gehörte dem Kreis Neuß im Regierungsbezirk Düsseldorf an.
Mit Eröffnung der Bahnlinie Neuss-Viersen im Jahre 1877 begannen sich die ersten Gewerbebetriebe und kleineren Fabriken in Kaarst anzusiedeln und brachten den Einzug von gewerblichen Arbeitsplätzen in die bis dahin rein landwirtschaftlich geprägten Ortschaften.
1913 verlor die Gemeinde Kaarst die Neußerfurth und Vogelsang an die Stadt Neuss. 1929 kam Kaarst an den damaligen Landkreis Grevenbroich-Neuß. 1936 wurden die Gemeinden Kaarst und Büttgen erstmals zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst, deren Amtsverwaltung in das mit 4400 Einwohnern größere Büttgen verlegt wurde. Kaarst hatte damals erst 2600 Einwohner. Diese Verwaltungseinheit wurde später wieder aufgelöst.
Im Zweiten Weltkrieg wurden in den heutigen Stadtteilen Holzbüttgen und Vorst erhebliche Teile zerstört. Die beiden Gemeinden Büttgen und Kaarst blieben weitgehend verschont und konnten so nach dem Krieg mehr als 1300 Flüchtlinge aufnehmen.
Im Rahmen der großen Gebietsreformen der 1970er Jahre wurde die Gemeinde Kaarst am 1. Januar 1975 mit der Gemeinde Büttgen, bestehend aus den Ortschaften Büttgen, Holzbüttgen, Vorst und Driesch, zur Großgemeinde Kaarst zusammengelegt und hatte bei der Gründung etwa 33.000 Einwohner. Am 1. Januar 1981 wurde Kaarst durch die Funktionalreform das Stadtrecht als mittlere kreisangehörige Stadt zugesprochen. Die Gemeinde hatte zu diesem Datum bereits 38.383 Einwohner.
Die ehemaligen Gemeinden sind heute im Stadtbild noch als Stadtteile vorhanden. Die Parteien unterhalten getrennte Ortsverbände und die Stadtverwaltung nutzt bis in die heutige Zeit sowohl ein Rathaus in Kaarst („Neue Mitte“, ab April 1995), sowie das nun sogenannte Technische Rathaus in Büttgen. Ämter wie das Bürgerbüro oder das Wahlamt sind aus diesem Grunde auf zwei Standorte verteilt.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kaarst#Geschichte)